Jackpoteo

MIT Studenten: Zahlen lügen nicht

Artikel eingestellt am Montag 11 Mai 2015

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Mathegenies und andere Überflieger finden sich an einer der renommiertesten Universäten der Vereinigten Staaten. Wo so viel Genialität sich an einem Ort befindet, da entzünden sich auch leicht Ideen. Manche dieser Ideen dienen dem Wohl einer Gruppe oder gar der Menschheit wie z.B. die Entwicklung eines neuen Antivirus oder umweltfreundlicherer Technologien. Und manche dienen einem nicht ganz so uneigennützigen Zweck wie z.B. der Versuch, die statistische Wahrscheinlichkeit eines Gewinns in der Lotterie auszuloten, und diese Statistik zu seinem Vorteil zu nutzen.

Es waren Studenten des berühmten Massachusetts Institute of Technology, dem MIT, welche sich an diesen Selbstversuch wagten. Das Experiment brachte ihnen schlappe 8 Millionen $ ein. Während einer Studie im Rahmen eines Uni-Projekts, fiel den Studenten eine Lücke im ansonsten garantiert zufälligen Glücksspiel einer Zahlenlotterie auf. Sie bemerkten, dass bei der Massachusetts Lotterie ‚Cash WinFall‘ etwa alle drei Monate für lediglich ein paar Tage bei der Ausspielung des Jackpots die garantiert sichersten Gewinne anfielen, wenn man nur richtig spielte – und keine Angst vor großen Einsätzen hatte.

Gewusst wie

Es war ein Fakt dass, wenn über einen gewissen Zeitraum niemand den Jackpot geknackt hatte, die Lotterie diesen Jackpot in kleineren Anteilen ausspielte. Unsere Mathe-Genies tüftelten aus, dass sie nur einen Einsatz in entsprechend großer Höhe platzieren mussten, um einen garantierten Gewinn einzustreichen, der ihren Einsatz in lukrativer Höhe überstieg. Das Risiko war, mathematisch errechnet, verschwindend gering. Ein Mindesteinsatz von 100.000 $ wurde jedoch benötigt. Auch dies war für die Studenten kein Hindernis. Sie erstanden eine ausreichend große Anzahl der Lotto-Tickets im Wert von 2 $ pro Stück und heimsten ihren ersten Gewinn ein. Selbstredend, dass dieser Erfolg nur zu weiterem Spiel einlud, und aus den Studenten wurden erfolgreiche ‚Unternehmer‘. Sie brauchten sich nicht mehr mit Kleinjobs über Waser zu halten, die Gewinne strömten regelmäßig ein, und ermöglichten ein angenehmes Leben. Man erweiterte die Gruppe um weitere Geldgeber, um sicherzustellen, dass die Jackpot-Ausschüttungen auch gründlich ausgeschöpft wurden.

Es war nicht Gier, welche dem Spiel ein Ende setzte.

Der große Jackpot war es nie. Doch der Einsatz lohnte sich in jedem Fall. Es brachte den Studenten und den Investoren einen Gewinn von knapp 20 % der Einsatzsumme. So waren sie dann auch im Jahr 2005 waren sie bei einer Gesamtgewinnsumme in Höhe von 8 Millionen $ angelangt. Im selben Jahr wurde die Lotterie aufgrund der Aktivitäten in Massachusetts eingestellt. Das Spiel war nicht illegal, und im Prinzip kam niemand zu Schaden, doch es war allein die Verwundbarkeit, welche der Lotterie ihre Glaubwürdigkeit nahm.

Nicht nur die Studenten profitierten.

Dass diese Art des Investoren-Syndikats über Jahre unentdeckt bleiben sollte, ist nur schwer zu glauben. Und dem war auch nicht so. Eine Untersuchung und ein später veröffentlichter Bericht des Massachusetts Generalinspektors brachte ans Licht, dass dem Lotterie-Betreiber das Vorgehen, nicht nur der Studentengruppe, sondern auch verschiedener anderer Syndikate, welche auf denselben Zug aufgestiegen waren, bekannt war. Die Syndikate wurden lange Zeit inoffiziell sogar begünstigt, indem Beschränkungen aufgehoben wurden, welche es ermöglichten, Lottoscheine in so großer Anzahl zu erwerben.

Die Lottobetreiber kamen ohne Anklage davon. Sie hatten bei den Aktivitäten eins oder auch beide Augen zugedrückt, weil es der Lotterie erhöhten Umsatz einbrachte. Eine Beteiligung oder sonstige persönliche Bereicherung konnte den Betreibern nicht nachgewiesen werden.

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