Jackpoteo

Die Lucky Numbers fallen nicht immer ganz so glücklich aus

Artikel eingestellt am Donnerstag 7 Mai 2015

1980-pennsylvania-lottery-scandal

John Travolta setzte mit der Verfilmung von ‚Lucky Numbers‘ auf einen Verlierer. Im Jahr 2001 erhielt er für seine Darstellung des Russ Richards als der Wetterfrosch in dem Film die goldene Himbeere. Der Film war wenig inspirierend und erntete insgesamt nicht die besten Kritiken.

Wenn es nicht nur im Film falsch läuft

Der Film basierte in lockerer Anlehnung auf einem Lotterie-Betrug, welcher in 1980 in Pennsylvania stattfand. Der, ein wenig schluderig ausgeführte, und nicht völlig durchdachte Plan sollte fehlschlagen, und die Betrüger nicht als Gewinner hervorgehen.

Der Hauptdarsteller in der Original-Inszenierung war ein ehemaliger Nachrichtensprecher des Kanals WTAE, Nick Perry. Perry übernahm im Jahr 1977 als Host die tägliche Übertragung der Pennsylvania-Lotterie ‚Daily Number‘. Die Lotterie besteht heute noch.

Perry war neben der Show geschäftlich auch noch bei einem Getränkeautomaten-Lieferanten involviert. Und hier begann auch die Verschwörung, die zum Untergang des Lotterie-Show-Hosts führen sollte. Seine Mitverschwörer waren die Gebrüder Maragos. Perry, ebenfalls mit griechischen Wurzeln, war mit den beiden gut bekannt. War einmal die Idee, dem Glück bei der Lotterie ein wenig nachzuhelfen, geboren, suchte man nach Wegen zur Ausführung.

Zu viele Köche verderben den Brei

Alleine konnten die Drei die Sache nicht auf die Beine stellen. Es bedurfte weiterer Mitverschwörer und somit auch Mitwissern. Der gesunde Menschenverstand sagt, dass je mehr Menschen ein Geheimnis teilen, desto weniger ist es ein Geheimnis, und desto mehr Lücken ergeben sich im Gewebe.

Der Plan war simpel, die Gruppe plante, die Bälle so zu manipulieren, dass nur bestimmte Zahlen nach oben gewirbelt und somit ausgeworfen wurden. Man musste den anderen Kugeln Gewicht hinzufügen, und eben dafür brauchte man Helfer. Erste Hilfe kam in der Person des Art Directors Bock, welcher ein völlig überarbeitetes Set von Kugeln erstellte, welche diesen Zweck erfüllten. Die weiteren Helfer, die sie benötigten, waren Mitverschwörer an der Basis. Denn Perry konnte nicht einfach hereinschweben, mit seinem brandneuen Ball-Set, und es austauschen.

Mitglieder des Sicherheitspersonals sowie ein Bühnenmitarbeiter, der den finalen Austausch inszenieren sollte, wurden für die Sache angeworben. Ein offizieller Mitarbeiter des Stabs, welcher im entscheidenden Moment seinen Blick in die andere Richtung lenkte, rundete die Sache ab, und erweiterte die Zahl der Mitwisser.
Der Abend der Lotterie kam. Das betrügerische Ball-Set funktionierte und die Gruppe sah sich dem Jackpot nahe.

Der Lotterie-Betreiber schöpfte Verdacht

Ein Rekord-Gewinn von 3,5 Millionen $ stand zur Auszahlung bereit. Die Gewinner dieser Summe, die ihren Gewinn anmelden wollten, fielen dem Betreiber jedoch dadurch auf, dass es sich um nur eine kleine Gruppe mit einer ungewöhnlich großen Anzahl von Lottoscheinen handelte.

Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Die Herkunft der Lottoscheine wurde geprüft und es stellte sich heraus, dass nur einige wenige Annahmestellen diese Scheine ausgestellt hatten.

Wer war der Verräter?

Es soll ein anonymer Tipp gewesen sein, welcher einen Hinweis auf die Gebrüder Maragos lieferte und welcher diese schließlich mit Nick Perry in Verbindung brachte. Telefonate wurden zurückverfolgt, Verhöre geführt, es gab Lücken in den Aussagen, einige Zeugen brachen zusammen.

Je mehr Menschen ein Geheimnis teilen, desto größer die Gefahr, dass es kein Geheimnis bleibt, siehe oben.
Nick Perry wanderte für 7 Jahre hinter Gitter. Seine ersten Komplizen kamen jeweils mit bescheidenen Strafen auf Bewährung davon, weil sie ihn ans Messer lieferten.

Der Film, der auf den Ereignissen beruht, war auch ein Verlierer. Es war die goldene Himbeere auf der ganzen Länge für Nick Perry.

Weitere Artikel

Ihre Kommentare

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Sei der Erste!